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Über uns

Die Psychologische Diagnostik als Wissenschaft beschäftigt sich mit der Messung sogenannter psychologischer Konstrukte. Dies sind nicht direkt beobachtbare Merkmale von Personen, wie etwa Intelligenz, Ängstlichkeit oder die Einstellung gegenüber bestimmten Personen. Mithilfe von Verhaltensbeobachtungen (z.B. in Laborexperimenten) oder Selbstauskünften (z.B. Fragebögen) wird versucht, auf die Ausprägung dieser Konstrukte (z.B. Höhe der Intelligenz einer Person) zu schließen, mehr über ihre Zusammensetzung zu erfahren und möglichst genaue Prognosen für zukünftiges Verhalten abzuleiten.

Als Psychometriker beschäftigen wir uns in der Abteilung mit der Konstruktion und der Evaluation von Methoden zur Erfassung Psychologischer Merkmale, wie beispielweise Tests, Fragebögen, Verhaltensbeobachtungen oder Interviews. Besonders interessieren wir uns aktuell für computerisierte Situationen („miniature situations“ nach R. B. Cattell), die konstruiert wurden, um Persönlichkeitseigenschaften zu erfassen, ohne dass der getesteten Person bewusst wird, was genau gemessen wird. Ein Vorteil dieser Verfahren gegenüber Fragebögen besteht darin, dass sie kaum willentlich verfälscht werden können.

Darüber hinaus interessieren uns Besonderheiten der diagnostischen Situation, also etwa der Umgebung und anwesenden Personen bei einer Testung und ihre Auswirkungen auf gewonnene Ergebnisse. Ebenso können Merkmale der getesteten oder befragten Personen (z.B. Ängstlichkeit), die eigentlich nicht durch das Messinstrument (z.B. einen Mathematiktest) erfasst werden sollen, Einfluss auf Ergebnisse nehmen. Sie können die Messqualität beeinträchtigen und zu verschlechterten oder sogar falschen Testergebnissen führen. Solche unerwünschten Störquellen zu identifizieren und ihre Interaktion mit bestimmten Messmethoden zu untersuchen, stellt ebenfalls ein Forschungsgebiet unserer Abteilung dar.

Die Psychologische Diagnostik ist schon per Definition eng verwandt mit der Differentiellen- und Persönlichkeitspsychologie, die sich unter anderem mit interindividuellen Unterschieden zwischen Personen beschäftigt. Es ist daher gut nachvollziehbar, dass dieser Bereich ebenso in unsere aktuelle Forschung einfließt.

Gruppenfoto auf der Terrasse